{"id":9881,"date":"2022-01-20T12:31:52","date_gmt":"2022-01-20T11:31:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/?p=9881"},"modified":"2022-01-20T12:35:11","modified_gmt":"2022-01-20T11:35:11","slug":"ninety-one-macroscope-der-aktuelle-us-straffungszyklus-ist-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/ninety-one-macroscope-der-aktuelle-us-straffungszyklus-ist-anders\/","title":{"rendered":"Ninety One Macroscope: Der aktuelle US-Straffungszyklus ist anders"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">Die Marktteilnehmer untersch\u00e4tzen, wie hoch die Zinsen steigen werden, sagt Marktstratege Russell Silberston von Ninety One<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #00ffff;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Russell Silberston Marktstratege Ninety One<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das bedeutet auch, dass die Anleiherenditen viel st\u00e4rker steigen werden und die Anleihekurse entsprechend tief fallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor vierzehn Jahren hat die Finanzkrise die Weltwirtschaft \u00fcberrollt und zu Zinssenkungen rund um den Globus gef\u00fchrt. Erst im Dezember 2015 hob die US-Notenbank Fed die Zielrate um 0,25% auf 0,5%. Es dauerte jedoch noch ein Jahr, bis der Zyklus der Zinserh\u00f6hungen mit einer Anhebung um weitere 25 Basispunkte im Dezember 2016 ernsthaft begann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es folgte quartalsweise eine Reihe von Anhebungen um 25 Basispunkte, welche die Fed Funds Rate bis im Dezember 2018 auf 2,5% steigen liess. Innerhalb von lediglich sieben Monaten sah sich die Fed jedoch gezwungen, diese Straffungen teilweise r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Der Leitzins wurde dann in der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2019 auf 1,75% angepasst, da die Finanzm\u00e4rkte trotz der guten Konjunkturentwicklung sehr volatil waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nun da die US-Notenbank erneut am Anfang eines Straffungszyklus steht, wiederholt sich die Geschichte an den Finanzm\u00e4rkten.<\/strong> Es wird davon ausgegangen, dass die Fed die Leitzinsen nur auf rund 1,75% anheben kann. Das ist weit entfernt von dem wirtschaftlich neutralen Zinsniveau. Der Wunsch des Federal Reserve die Bilanz zu verkleinern steht weiteren Zinserh\u00f6hungsschritten entgegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wird auf die sehr hohe Inflation geblickt, dann erstaunt die Zuversicht an den Finanzm\u00e4rkten bez\u00fcglich der Zinsentwicklung. Die Antwort f\u00fcr die relative Gelassenheit liegt in der Bilanz der Fed begr\u00fcndet und besonders in der H\u00f6he der \u00dcberschussreserven, die die Gesch\u00e4ftsbanken dort angelegt haben.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Quantitative Straffung nach Plan<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn eine Zentralbank die Geldpolitik lockert (Quantitative Easing), schafft sie sich selbst Reserven und kauft damit Staatsanleihen und andere Verm\u00f6genswerte. Diese stehen als Aktiva in ihrer Bilanz. Das Geld, das sie f\u00fcr den Kauf dieser Verm\u00f6genswerte geschaffen hat, landet im Bankensystem, das wiederum als \u00dcberschussreserven zur Zentralbank zur\u00fcckfliesst. Diese stellen wie jede Bankeinlage eine Verbindlichkeit f\u00fcr die Zentralbank dar. Buchhalterisch gesehen sind also sowohl die Aktiva als auch die Passiva der Zentralbank gestiegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der quantitativen Straffung (Quantitative Tapering) kehrt sich der Prozess um: Die Zentralbank verkauft entweder eine Anleihe oder l\u00e4sst sie f\u00e4llig werden, wodurch sich die Aktivseite der Bilanz verk\u00fcrzt. Als Folge schrumpfen auch die Verbindlichkeiten der Zentralbank, da die \u00dcberschussreserven der Gesch\u00e4ftsbanken im gleichen Masse sinken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als das Federal Reserve das letzte Mal mit dem Tapering begann, machten sie zwei Sch\u00e4tzungen betreffend der Verbindlichkeiten: Erstens, wie viele Banknoten und M\u00fcnzen ben\u00f6tigt werden, und zweitens, wie viele Reserven die Gesch\u00e4ftsbanken ben\u00f6tigen. Ersteres ist ziemlich einfach zu berechnen. Man nimmt den aktuellen Stand und geht davon aus, dass dieser mit dem nominalen BIP w\u00e4chst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zweite Frage ist schwieriger zu beantworten. Deshalb befragt die Fed in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden alle grossen Banken nach dem zuk\u00fcnftigen Reservebedarf. Daraus ermittelt der Offenmarktausschuss (FOMC) ein grobes Ziel f\u00fcr die optimale Gr\u00f6sse der Bilanz.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Kompass falsch eingestellt<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die \u00dcberschussreserven als Folge des Tapering schrumpften, wurde rasch klar, dass die Banken weit mehr Reserven ben\u00f6tigten, als sie angaben. Was auch immer der Grund daf\u00fcr war \u2013 es gibt hierzu diverse Theorien \u2013 der Kompass der Fed war falsch eingestellt. Die Notenbank hat es mit der Straffung \u00fcbertrieben und weit mehr Liquidit\u00e4t abgezogen, als der Bankensektor entbehren konnte. Wir glauben, dass dies der Grund f\u00fcr den abgebrochenen Straffungszyklus 2016\/2018 war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dieses Mal ist es anders!<\/strong> Damit sich die Geschichte nicht wiederholt, hat das Federal Reserve f\u00fcr den aktuellen Zyklus neue Instrumente zur Steuerung der Tagesgeldzinsen eingef\u00fchrt. Zumindest theoretisch sollte sie also in der Lage sein, die Bilanz zu verk\u00fcrzen, ohne die Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse der letzten Zyklen zu verursachen. Wenn das zutrifft, untersch\u00e4tzt der Markt, wie hoch die Zinsen steigen werden. Das bedeutet auch, dass die Anleiherenditen viel st\u00e4rker steigen und die Anleihekurse entsprechend tiefer fallen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle : BondWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Marktteilnehmer untersch\u00e4tzen, wie hoch die Zinsen steigen werden, sagt Marktstratege Russell Silberston von Ninety One<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":9884,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[75],"tags":[204],"class_list":["post-9881","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zentralbanken","tag-ninety-one"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9881"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9881\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9883,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9881\/revisions\/9883"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9884"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9881"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}